Seltsames Jahr

Leider fällt bereits seit Wochen der Pandemie halber die Hundeschule aus. Yumi und ihre Menschen haben nämlich viel Spaß und Freude beim Training mit Jenny, den anderen Hunden und deren Menschen. Sind in unserer Erwachsenengruppe alle Hunde schon richtig gut erzogen, so gibt es immer wieder ein wenig an den Grundübungen zu feilen und die Hunde samt Menschen spielerisch zu fordern.

Yumi freut sich immer riesig, wenn es endlich los geht, obwohl sie mit anderen Hunden im Freilauf eher verhalten ist. Die anderen Hunde spüren das und nähren sich witziger Weise genau so, wie es sich geziemt, wollte man sich einer akitanischen Hoheit näheren, nämlich vorsichtig und vor allem respektvoll. 😀

Statt den Frühling ungezwungen zu genießen, trage ich – mal mehr, mal weniger – ein mulmiges Gefühl im Bauch und Traurigkeit in der Seele, da so viele Menschen an dem Covid19-Virus ihr Leben verlieren. Niemand weiß, wie es weitergeht. Die Weltwirtschaft liegt längst am Boden und Homeoffice hat eine ganz neue Bedeutung bekommen. Ohne Maske gehe ich nicht in den Bioladen und benutze tubenweise Handcreme, weil die Haut vom vielen Waschen dröge ist.

Allgemein kennt man derweil jede virologische Koryphäe, hängt ihnen an den Lippen, um in den Medien eventuell Entwarnendes erhaschen zu können. Doch der Albtraum nimmt allem Anschein nach so schnell kein Ende. Es wird einem täglich mehr und mehr bewusst, die Welt hat sich längst nachhaltig verändert.

So besinne ich mich dieser Tage auf Wesentliches, wie es außer mir wohl viele andere tun. Ich habe Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen, neue Gedanken zu entwickeln, Gedanken loszulassen, zu schreiben, Tee zu schlabbern, zu meditieren, Yoga zu machen, gutes Essen zuzubereiten, einen neuen Yumiblog aufzubauen und den einen oder anderen Quatsch mit ihr zu machen. Sie vertraut mir und lässt vieles mit sich machen. Quatsch machen sind gute Vertrauensübungen und bringen Freude in den Tag.

In gewisser Hinsicht ist dies für mich eine luxuriöse Zeit. Ich habe Zeit, in vielen Erinnerungen einzutauchen, die ich von Yumis ersten 2 1/2 Lebensjahren habe und sie hier in Wort und Bild niederzuschreiben. Ja, ich schaue tatsächlich schon ein stückweit zurück und schreibe von Erinnerungen. So schnell verrinnt die Zeit! Noch eben war sie mein kleines YumelPumel und nun liegt mir hier eine ausgewachsene, intelligente und gewitzte Akitadame zu Füßen. Sie ist (m)ein Traumhund!

Alte Gewohnheiten wollen losgelassen und neue Herausforderungen entdeckt und angenommen werden, in denen sicher so einige Chancen verborgen liegen.

Wie formulierte es Hermann Hesse einst so wundervoll:

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft,

zu leben.

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