Entscheidung

Manche Entscheidung fällt eher schwer, bedarf ein ausreichendes Abwägen, gute Recherche, professionelle Beratung, Herz- und Bauchgefühl.

Wir ließen Yumi vor 11 Tagen kastrieren unter Erhalt des Uterus. Natürlich wählten wir den hormonell günstigsten Zeitpunkt in der Zykluspause (Anöstrus). Sie hat die OP gut überstanden, trug 10 Tage lang einen feschen Body und hatte ausreichend Zeit, sich von den Strapazen zu erholen. Vorgestern wurden die Fäden der 5 cm langen Narbe gezogen. Seitdem geht es rasant bergauf mit ihr, so dass ich sie heute baden konnte, um Bakterien und ungute Gerüche runterzuwaschen. Im halbnarkotischen Zustand pieselte sie sich nämlich komplett ein, ein zweites Mal direkt Zuhause. Die Arme war noch so wackelig auf den Beinen. Der massive Harndrang war der Infusion geschuldet, welche sie nach der OP bekam. Bis die Fäden gezogen waren, trank Yumi auffällig viel Wasser. Vermutlich war das dem Spannungsgefühl am Bauch geschuldet, denn das verstärkte Saufen hörte nach dem Fädenziehen schlagartig auf.

Letzte Wolle vom Fellwechsel löste sich beim Baden. Nun duftet sie wieder pfirsichfrisch, blitzt und glänzt und fühlt sich sichtlich wohl. Nach dem Föhnen schnüffelte sie ein wenig im Garten herum mit noch nassem Näschen. Das Futter schmeckt ihr wieder und sie frisst endlich ausreichend.

Yumi hatte schwer mit den vier Läufigkeiten und den Scheinschwangerschaften zu tun, welche sie durchlebte. Kaum, dass sie sich von der einen Läufigkeit erholt hatte, kündigte sich bereits die nächste an. Sie verlor jedes Mal ein paar Kilo Gewicht, da ihr häufig übel war und sie deshalb das Futter verweigerte. Das wiederum hatte zur Folge, dass ihre Magensäure anstieg und die Übelkeit ins Galle Spucken überging. Selbst mit „Extrawürsten“ konnten wir sie nicht da heraus holen. In den Phasen des Progesteronanstiegs zeigte sie sich kränklich, z.B. leckte ein Auge, einmal stellte sich ein Schnupfen ein, es gab auch mal Hautausschläge – sie war insgesamt gesundheitlich instabil. Nur in den kurzen Phasen der Zykluspausen ging es ihr richtig gut.

Im Vorfeld der Läufigkeiten schnüffelte sie tagelang intensiv beim Spazierengehen, bekam gar nicht mehr wirklich mit, was um sie herum geschah, war nicht beschulbar und wirkte gereizt. Nun haben wir sie aus diesem hormonellen Dauerkarussell befreit. Züchten wollten wir eh nicht mit ihr.

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