„Presswehen“

… am fünften September!

Endlich holten wir unseren lang ersehnten Rüden aus Nottuln im Westfälischen ab. Wir waren wochenlang soooo voller Vorfreude! Die Züchter kamen uns zur Begrüßung bereits mit unserem Goldjungen entgegen. Welch ein Begrüßungskomitee! Waaaas für ein Wonneproppen aus dem Kleinen geworden ist in wenigen Wochen. 10 Wochen – 10 Kilo! Wow! Man sieht deutlich an seinen Pranken, dass da noch ordentlich was nachkommen will …

Benji begrüßte uns ganz stürmisch. Ich vergaß vor lauter Begeisterung den Züchter Armin zu begrüßen. Der lachte nur und amüsierte sich darüber. Im Hause KiYama regelten wir bei Tee und Kaffee alle Formalitäten und besprachen das eine oder andere in Ruhe. Außerdem wurden wir reich beschenkt. Es gab u.a. ein Fotobuch mit Bildern aus den ersten 10 Lebenswochen, ein hölzernes Schatzkistchen mit lauter hundischen Dingen, einen fetten Eimer Hundenahrung, ein Outdoorkissen und einen schönen Akitakalender. Benjis Impfpass hatte eine handgearbeitete Stoffhülle mit dem KiYama-Logo – edel!

Seiya schien zu ahnen, dass nun auch ihr letztes Baby gehen würde, denn Benjis Schwester war schon auf dem Weg ins neue Zuhause. Seiya beschmuste ihren Lütten ganz innig und liebevoll. Züchterin Sibylle tat es ihr gleich. Freude und Schmerz wieder mal so nahe beieinander. Dennoch – Sibylle ist Vollprofi und kann zuletzt gut loslassen, steht uns darüber hinaus mit Rat und Tat und jederzeit zur Seite! Ich schätze ihre Gelassenheit. Persönlich weisen unsere Biografien einige Parallelen auf, nicht zuletzt studierten wir beide sogar Naturheilkunde.

Die Rücktour mit Benjiro war vollkommen problemlos. Ich besorgte Tage zuvor eine Transporttasche für den Autorücksitz. Darin machte Benji es sich bequem, kam aber auch immer wieder zu mir gekrabbelt und legte zeitweilig sein Köpfchen auf meinen Schoss. Auch beschenkte er mich reichlich mit Küssen. 🙂 ❤ Das war schon mal der erste nennenswerte Unterschied zwischen unserer Yumi und ihm, die damals nur einfach weg wollte und immer zum gegenüberliegenden Autofenster drängte. Benji war von Anbeginn komplett zutraulich und mutig. Warum ich diesen Vergleich ziehe, folgt weiter unten, denn eigentlich sollte man Hunde nicht miteinander vergleichen, da jeder seine ganz eigene Persönlichkeit und ganz eigene Charakterzüge mitbringt und das ist gut so.

Auf abgeschiedenen Rastplätzen machten wir den einen oder anderen Halt, damit die Hunde sich erleichtern konnten. Yumi war naturgemäß not amused von dem Kleinen. 😉

Daheim durfte Benji sich erst einmal im Garten erleichtern. Sofort boten wir ihm Futter und Wasser an, denn er blieb vorab wegen der Autofahrt nüchtern, damit er nicht unnötig spuckt und somit fehlkonditioniert wird.

Sofort inspizierte er unsere Hütte von innen und fand gleich mal heraus, wo es zum Futter und den Leckerlis geht. Er buddelte entschieden vor der entsprechenden Tür! Aaaalles klar … 😀

Uuuuhhhh, im Hintergrund grollte unsere Yumi-Queen … 😦 Zugegeben, sie hat es die nächsten Tage, eventuell Wochen, nicht ganz leicht. Da aber muss sie gemeinsam mit uns durch. Sie ist und bleibt unsere First Lady. Stets kommt sie mit allem zuerst dran! Sie verlässt als Erste das Haus, betritt es als Erste wieder, wird als Erste mit Futter und Leckerli versorgt usw. Wir gehen alle gemeinsam spazieren, aber auch getrennt voneinander. Trotzdem sagen ihre Augen deutlich, man möge bitte diesen kleinen Kackvogel wieder dahin bringen, wo er hergekommen ist! Nee-nee, Yumel, dat blievt nu för immer to Huus bi uns!

Haben wir in ihren ersten 2 Jahren an Yumis Angststörungen hart arbeiten müssen, welche sie mitbrachte, erleben wir unseren Rüden so, wie ich es von Welpen gewohnt bin: (angst)frei, aufgeschlossen, neugierig allem gegenüber und voll keck und burschikos! Er kennt sämtliche Geräusche des Alltags, auch den Fernseher, der z.B. Yumi und zweien ihrer Schwestern einst besonders arg ängstigte. Benji lässt sich sogar von Kindern und manchem Erwachsenen streicheln. Er scheint aber Kinder besonders gern zu mögen.

Yumi ist einer anderen Zuchtstätte entsprungen, die wir für unseren Zweithund ausschlossen. Denke ich an ihre Welpenzeit zurück mit all ihrer Angst, wird mir schwer ums Herz. Wir hatten zum Glück eine exzellente Trainerin, die uns mit ihrem KnowHow gut helfen und stärken konnte. Allerdings, Yumis Grundkonditionierung wird bleiben. Wir wissen nicht, worin ihr fulminanter Mangel an Vertrauen insbesondere Menschen gegenüber begründet liegt. Tierärzte und mehrere Trainer sahen sich unsere Hündin damals an und waren einhellig der Ansicht, Yumi sei nicht ausreichend bis gar nicht sozialisiert oder es könne ein Ereignis in ihren ersten Lebenswochen vorgelegen haben, welches sie nachhaltig traumatisierte. Das müsse nicht einmal unbedingt etwas – aus menschlicher Sicht – Dramatisches gewesen sein, so Yumis damalige Hundetherapeutin, welche eine zeitlang mit Yumi arbeitete. Ihre Prognose damals war eher nicht sehr aufmunternd und sie sollte Recht behalten.

Begegnete sie neuen Situationen/Menschen, knickten ihr vor lauter Panik die Hinterbeine weg und sie verlor augenblicklich Kot. So einen Angsthund kann man in solch panischen Momenten weder beschulen noch positive Energie vermitteln, sondern muss das Tier sofort aus der belastenden Situation herausnehmen. Übungen tausende Male wiederholt, wohl dosiert mit unendlich viel zeitlichem und nicht zuletzt auch finanziellem Aufwand (weil spezielle Einzelunterrichte) raubten uns manches Mal letzte Nerven und doch blieben wir mit viel Liebe, guten Trainern und Tricks am Ball. Yumi ist heute sehr auf mich fixiert, lernt gerne und schnell, ist eher von ruhiger Natur und hat dabei aber gewaltig ihren eigenen, hübschen Akitakopf, während Benji ein charmanter, liebenswürdiger Draufgänger zu werden scheint. Das wird eines Tages ein spannendes Couple! 🙂 Er wird Yumi sicher gut tun mit seinem aufgeschlossenen und mutigen Wesen – Holdrio! Davon sind wir überzeugt! Nicht zuletzt tat Yumi der Kontakt zu anderen Hunden und deren Menschen in der Hundeschule gut, die sie bis heute gerne besucht.

Benjipoo ist auf jeden Fall hundeschulreif mit all seiner Power. Was für ein kluger Knirps! Samstag in einer Woche hat er seine Einschulung. Seine Energie muss unbedingt positiv kanalisiert werden.

Er ist angekommen, unser Zweithund – und wie!

2 Gedanken zu “„Presswehen“

  1. Das ist ein so guter Blog-Artikel eures süßen ‚lüttschen‘ Vierbeiner-Zuwachs und ist herrlich zu lesen. 
Wie der Charakter eines Tierchens sich schon so früh zeigt, das finde ich eigentlich sehr beruhigend. man kann sich gut vorbereiten auf das, was da kommt und wie man das Hündchen zu schulen weiß. 
Benji sieht richtig putzig aus, ein lustiges kleines Wesen, es muss sehr schwer sein, als Züchterin, so ein kleines Knutsch-Hündchen abzugeben, allerdings glaube ich schon, dass die Züchtereltern genau wissen, WEM sie das prächtige Tierchen übergeben. Denn da ist Liebe auf den ersten Blick und nicht nur bei klein Benji, davon bin ich überzeugt!
    Danke, dass du unsereins so lieb teil haben lässt an eurem Glück…und du hast vollkommen recht, liebe Mirabai, „es fehlt nur noch der Knopf im Ohr“! b.t.

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